Gartenbilder
von
Sempsfreunden

Geschichtliches

Schon im 9.Jahrhundert n. Chr. Verordnete Karl der Große oder sein Sohn Ludwig der Fromme die „Landgüterverordnung“(Capitulare de villis) dass“.....der Landmann auf seinem Haus  die Hauswurz zu pflanzen habe“, denn so heißt es nach alten Aberglauben, ein Dach, auf dem Donnerwurz wächst, bleibt vom Blitzschlag verschont. Die moderne Wissenschaft bestätigt, dass alte, feuchte Strohdächer, auf denen die Pflanzen gut wachsen können, schwer entflammbar sind – deswegen schützen sie vor den  „brennenden Folgen“ eines  Blitzschlages.

Die deutsche Bezeichnung „Dach o. Hauswurz“ für Sempervivum und andere Pflanzen auf Strohdächern weist darauf hin, dass diese wiederstandsfähigen Pflanzen an solchen Standorten und auch auf Mauerkronen besonders gedeihen.

Auf den alten Reetdächern konnte sich auf Grund der Schräglage kein Wasser halten. Also brauchte die Semps nicht mit den „Füßen im Wasser stehen“, was sie überhaupt nicht mag. Auch im Gebirge läuft das Wasser auf Grund der Schotter und/oder der  Schräglage ab. Sie braucht nur wenig Wurzeln und noch weniger Humus, um überleben zu können

Sie kann Wasser speichern, um sie bei Trockenheit abzurufen und ist vor allen als Gebirgspflanze auch winterhart.

Fachgruppenleiter der GDS Fachgruppe Sempervivum - Hans – Jörg Gensch

Die sukkulenten  Pflanzen haben ein perfektes Speichersystem entwickelt: in ihren dickfleischigen Blättern und anderen Pflanzenteilen wird das Wasser während der feuchtigkeitsreichen Perioden für die trockne Zeit aufgespart.

Freilandsukkulenten von Fritz Köhlein

 

Befall durch Schädlinge

Da gibt es z.B den bösen Dickmaulrüssler

Er ist in der Regel nachts aktiv, legt seine Larven in die Erde, wo sie sich zu Maden entwickeln.
Die kleinen Vielfraße lieben es, sich an den Wurzeln der Semps satt zu fressen.
Man merkt es erst, wenn sich die Farbe der Bätter verändert und die Pflanze droht, auszutrocknen.
 

Oder aber auch die Narzissenfliege

Sie ähnelt den Hummeln, daher traue ich mich nicht, sie unschädlich zu machen.
Sie legt ihre Eier im Sommer unter die gesunden auf die welken Blätter. Die Larven (8 bzw. 15 mm) wandern zu den gesunden dickfleischigen Blättern und höhlen sie aus.
Narzissenfliegen legen ihre Eier im Mai und September ab.

Ein trügerisches Zeichen:
Ein Loch im Blatt mit Fraßspur

Die Maden der Narzissenfliege lassen ihre Wirtspflanze leben und höhlen nur die unteren ältesten Blätter aus. Zurück bleibt eine leere Hülle.
Nach ca. zwei Monaten hat sich die Pflanze in ihrem Aussehen wieder erholt.

Bekämpfung der Schädlinge

Dickmaulrüssler:
Hat man einen solchen Befall ausfindig gemacht, nimmt man die Semps, sucht die alte Erde nach Maden ab und topft sie neu.
Zu 90% wurzelt sie nach.
Hat die Made allerdings das Herz der Semps erwischt, so gibt es keine Hoffnung. (Das Herz ist der Übergang von der Wurzel in die Rosette).

Eine weitere Möglichkeit sind die Nematoden. Diese biologische Waffe sind Kleinstlebewesen, die in Wasser beigemischt über die betroffenen Töpfe, bzw Schalen oder Gefäße gegossen werden. Die Maden werden von ihnen aufgefressen.


Narzissenfliege:
Im Gegensatz zum Dickmaulrüssler kann bei diesen Larven der Befall schon oberflächlich erkannt werden (s. Photo)
Aufgrund der schwarmartigen Ausbreitung rate ich gleich zur Verwendung von Nematoden.
Wer sich auf die Bio-Polizei nicht verlassen möchte, kann auch den Einsatz einer Chemiekeule in Betracht ziehen.
In dem Bereich haben wir gute Erfahrungen mit dem Produkt
 “Bi-58” aus dem Hause Bayer gemacht. Die Pflanzen zeigten nach genauer Dosierungsvorschrift keinerlei Veränderung, und das Maden-Problem war nach einer Woche behoben.

Veranstaltungskalender